Jeden Tag sterben in der Schweiz zehn Menschen vorzeitig als Folge der Feinstaubbelastung. Am feinsten und damit am gefährlichsten ist der krebserregende Dieselrussstaub. Mehr als ein Fünftel der Dieselrussstaubemissionen stammt von Baumaschinen. Trotzdem wird die Durchsetzung der bestehenden Dieselfilterpflicht wenigstens für mittlere und grosse Baumaschinen weiterhin verschleppt. Das ist angesichts der aktuell erreichten Rekordverschmutzung geradezu absurd, denn dies ist die einzige bereits in Kraft gesetzte Richtlinie, welche den Feinpartikelausstoss sofort vermindern kann. Jetzt müssen die verantwortlichen Politiker und Behörden endlich handeln.
Die Kosten für die Ausrüstung mit Partikelfiltern liegen bei der Berücksichtigung der Anschaffung einschliesslich Montage und Unterhalt bei etwa CHF 20'000 pro Filter. Für die Bauwirtschaft im Kanton Zürich ergeben sich auf Grund der Baurichtlinie Luft Gesamtkosten von etwa CHF 50 Mio. Diesem Betrag stehen Bauinvestitionen im Kanton Zürich von jährlich rund CHF 8 Mrd.
Unia fordert daher:
- Die städtischen und kantonalen Behörden müssen die seit September 2005 bestehende Dieselfilterpflicht für mittlere und grosse Baumaschinen ohne wenn und aber durchsetzen. Dazu braucht es überall genügend Baustellenkontrollen.
- Es braucht einen Notstopp für alle Baumaschinen, die immer noch verordnungswidrig ohne Filter laufen.
- Der Bundesrat muss die säumigen städtischen und kantonalen Behörden in die Pflicht nehmen.
- Ausserdem muss er umgehend die Dieselfilterpflicht auf sämtliche Baumaschinen ausdehnen.
Kein Diesel ohne Filter
Gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten für Umweltschutz und dem Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) verlangt die Gewerkschaft Unia, dass zum Schutz der Menschen die Feinstaubemissionen an ihren Quellen eliminiert werden. Die Durchsetzung und Ausdehnung des Partikelfilterobligatoriums für alle Dieselmotoren ist diesbezüglich die bei weitem wichtigste Einzelmassnahme. Sie ist technisch ohne weiteres umsetzbar, stehen doch für praktisch alle Anwendungen und Maschinen geeignete Filter zur Nachrüstung zur Verfügung. Darum muss in Zukunft gelten: «Kein Diesel ohne Filter.»
Benno Krüsi, Sektion Winterthur, Bereichsleitung Bau & Gewerbe
