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  Zur Eröffnung der Aldi Suisse Filiale in Winterthur
Nein zur "Aldisierung" der Arbeitsbedingungen im Detailhandel.

Gemeinsame Medienmitteilung der Gewerkschaft Unia, Sektion Winterthur und der juso Kanton Zürich
16. November 2006

Heute eröffnet Aldi Suisse seine Filiale in Winterthur. Damit wird auf dem Platz Winterthur der Preiskampf und die langen Öffnungszeiten im Detailhandel auf dem Buckel des Personals neu lanciert. Dies bedeutet billig auf Kosten der Beschäftigten. "Aldisierung" im Detailhandel heisst auch massiver Abbau von Arbeitsplätzen im Verhältnis zum Umsatz. Aldi beschäftigt 3 bis 5 mal weniger Personal als normalerweise im Detailhandel.

Aldi verletzt die Persönlichkeitsrechte seines Personals und diktiert unhaltbare Anstellungsbedingungen. Aldi-MitarbeiterInnen müssen flexibel und multifunktional arbeiten. Ausser der Filialleitung ist die überwiegende Mehrheit des Personals nur mit einem Teilzeit-Pensum angestellt. Diese Teilzeitjobs bieten – bei Löhnen von deutlich unter 2000 Franken brutto – keine Existenzbasis. Trotzdem: Aldi verbietet es seinen MitarbeiterInnen, zusätzlich bei einem andern Detailhändler zu arbeiten. Andere, berufsfremde Nebenbeschäftigungen und sogar ehrenamtliche Tätigkeiten sind bewilligungspflichtig und bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Aldi-Führung!

Die Reihe der rechtlich unhaltbaren Vertragsbestimmungen in den Arbeitsverträgen ist lang und die Aldi-Führung versucht so ein Klima der Angst unter den Beschäftigten zu verbreiten:

  • MitarbeiterInnen, die vermeintliche Vergehen von ArbeitskollegInnen – etwa das Essen einer überreifen Banane – nicht melden, riskieren die fristlose Entlassung.
  • Unklare und gesetzlich fragliche Bestimmungen bezüglich Überzeit.
  • Wie der Kassensturz im Mai 2006 aufdeckte, werden bei Aldi MitarbeiterInnen aufgrund ihrer Frisuren – oder aufgrund von Piercings und Tattoos – durch ihre Vorgesetzten gemobbt und schlussendlich gar entlassen.
Wir erwarten von den Konsumentinnen und Konsumenten, dass sie durch ihren persönlichen Einkauf auf die Arbeitsbedingungen des Aldi-Personals einzuwirken. Der Preiskampf darf nicht auf dem Buckel der Aldi-Mitarbeitenden ausgetragen werden. Die Aldikunden erwarten von ihrem Detailhändler, dass sich dieser an die vom Gesetz vorgeschriebenen Arbeitsbedingungen hält.

Der Protest der Gewerkschaft Unia und der juso haben bereits bewirkt, dass die Arbeitsverträge von Aldi Suisse geändert wurden. Es braucht aber weiterhin Widerstand zusätzlich ist das Verkaufspersonal ist auf die Solidarität der KonsumentInnen angewiesen.

Wir verlangen für den Detailhandel einen Allgemeinverbindlichen Branchen Gesamtarbeitsvertrag mit Minimallöhnen. Nur damit wird der Preiskampf im Detailhandel nicht auf dem Buckel des Personals ausgetragen.

Weitere Informationen:

Oswald Ulrich, Sektionsleiter Unia Winterthur, 079 419 27 16
Andrea Jerger, «AG Aldi/Lidl», JUSO Kanton Zürich, 079 399 13 06.

Einladung:
Die Gewerkschaft Unia und die juso Kanton Zürich sind heute ab 15 Uhr vor der Aldi Suisse Filiale in Winterthur (Industriestrasse 9) präsent. Kommen Sie vorbei.

 
 

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